Glossar

Abduktion:
Abspreizung

Abduktionsbehinderung:
relatives Frühzeichen des Leidens. Die Beine lassen sich nicht genügend weit abspreizen.

Adduktion:
Anspreizung der Adduktoren. Anspreizmuskeln.

Adduktorentenotomie:
Einschneiden oder Durchtrennung der Anspreizmuskeln.

Antetorsion oder Anteversion:
Die Schenkelhalsachse ist nach vorne abgewinkelt.

Barlow:
Britischer Orthopäde , berichtete 1962 über einen Ausrenkungsgriff zur Diagnose von lockeren Hüftgelenken, aus denen sich Luxationen entwickeln sollten.

Beckenosteotomie:
Operative Durchtrennung einer Beckenhälfte oberhalb der Hüftpfanne, um durch Kippung oder Verschiebung der Teile gegeneinander eine bessere überdachung des Hüftkopfes zu erreichen. Es gibt auch "Mehrfachosteotomien" ,bei denen an anderen Stellen ebenfalls Beckenknochen durchtrennt werden.

Becker, F.
Deutscher Orthopäde. Entwickelte die erste Spreizhose.

Bernbeck, R.
Deutscher Orthopäde. Auf ihn geht die "Intertrochantere Schrägosteotomie" zur gleichzeitigen Verringerung von Antesorsion und Valgität zurück.

Click:
Geräusch, das bei der Untersuchung des Ortolanizeichens entsteht.

Coxa valga:
Vergrößerung des Winkels zwischen Schenkelhals und Oberschenkelschaft.

Coxa vara:
Verringerung des Winkels zwischen Schenkelhals und Oberschenkelschaft.

Drehvarisierungsostetomie:
Operation um gleichzeitig Valgität und Antetorsion zu verringern s. Bernbeck.

Dysplasie:
Fehlbildung oder Fehlentwicklung eines Gewebes oder Organs.

Epiphysenfuge oder Epiphysenknorpel:
Wachstumszone an den Knochen.

Fettweis:
damit ist immer der Autor dieser Homepage gemeint

Fettweisgips:
damit ist meistens ein Gipsverband in mittlerer Sitz - Hock - Stellung , seltener in spitzwinkliger Stellung für komplette Luxationen gemeint.

Graf, R.
österreichischer Orthopäde Führte 1980 die Ultraschalluntersuchung (Sonographie) der Säuglingshüften ein.

Hanausek:
Tschechischer Orthopäde. Entwickelte einen Apparat, mit dessen Hilfe die Beine langsam in Spreizung gebracht und fixiert werden sollen.

Hohmann, Georg
Deutscher Orthopäde. Ordinarius in München. Legte 1951 die Sammelstatistik vor, aus der die schlechten Dauerresultate der Behandlung nach Lorenz hervorgingen.

Idelberger, K. H.
Deutscher Orthopäde. Führte Zwillingsuntersuchungen u.a. bei Hüftluxationen durch.

Intra-uterin:
im Uterus, also in der Gebärmutter.

Kopfnekrose:
Nekrose heißt Gewebstod, Kopfnekrose Gewebstod des Hüftkopfes.

Lorenz, Adolf
Veröffentlichte 1895 seine Methode der "Unblutigen Behandlung der Hüftverrenkung".

Lorenzstellung
auch "Froschstellung" genannt: Behandlungsstellung der Beine in 90 Grad Beugung verbunden mit 90 Grad Spreizung in den Hüftgelenken.

Lorenzgips:
Gipsverband in Lorenzstellung.

Orthese:
orthopädischer Apparat zum Stützen, Schienen, Bandagieren

Ortolani, M.
Italienischer Kinderarzt. Berichtete 1937 über einen Handgriff zur frühen Diagnose einer ausgerenkten Hüfte (Einrenkungsgriff)

Ortolanizeichen:
Der ursprüngliche Handgriff Ortolanis, ergänzt durch den Ausrenkungsgriff nach Barlow, um lockere Hüftgelenke zu erfassen.

Osteotomie:
Knochenschnitt, operative Durchtrennung eines Knochens.

Pauwels, F.
Aachener Orthopäde. Führte u.a. weltweit anerkannte Grundlagenforschung durch über die Bauprinzipien des Skeletts, Wachstumsreize, Wachstumsrichtung und die Differenzierung der Gewebe.

Perinatal
um den Zeitpunkt der Geburt.

Pfannendachplastik:
Operation zur Verbesserung der Hüftgelenkspfanne. Das hat mit Plastik im Sinne von Kunststoff nichts zu tun.

Restdysplasie:
Zeichen nicht vollständiger Ausheilung, oft die Pfannen betreffend.

Salter, B.
Kanadischer Orthopäde. Entwickelte eine nach ihm benannte Beckenosteotomie.

Sonographie:
anderer Ausdruck für Ultrasschalluntersuchung.

Teratologische Luxation:
Mißbildungsluxation.

Tönnis, D. (geb.1927)
Herausragender deutscher Orthopäde. Er hat wohl als Erster meine Methode übernommen und an der von ihm geleiteten Klinik in Dortmund erprobt. In den von ihm angeregten Untersuchungen bot er mir das Forum zur Ausarbeitung und Verbreitung meiner Methode. Eine von ihm angeregte Doktorarbeit bestätigte meine Thesen. Das hat mit zur Verbreitung meiner Metthode in der deutschsprachigen Orthopädie beigetragen.
www.dr-dietrich-toennis.de

Vojta, Vaclav (1917-2000)
Tschechischer Kinderneurologe. Hat sich besonders bemüht um die Früherfassung und Frühbehandlung von kindlichen Hirnschäden die perinatal entstehen, z. B. durch Blutungen ins Gehirn oder Sauerstoffmangel im Gehirn und zu spastischen Lähmungen führen können Diese machen sich klinisch meist erst ab 9. Lebensmonat bemerkbar, da das Nervensystem analog den Hüftgelenken bei der Geburt z. T. noch unreif ist. Vojta fand nun bestimmte Reflexmuster, mit dem man solche Störungen vorher schon vermuten oder auch diagnostizieren kann und ähnliche Reflexmuster, mit denen man diese Störungen behandeln kann (Vojta Gymnastik), sodass späterhin es nicht zu spastischen Lähmungen kommt oder in nur geringerem Umfange. U. Niethard glaubte nun, dies auf die Hüftluxationen beziehen zu können, hielt die Hüftluxation z. T. für eine neurologische Störung, die mit der Vojtagymnastik behandelt werden solle. Vojta selber hat dies widerlegt. Auch Lutter im englischen Sprachbereich widerlegt das später., dennoch propagiert Niethard weiterhin die Behandlung von Hüftluxationen mit derVojtagymnastik. (Was in meinen Augen nicht unproblematisch ist)

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